Samstag, 31. Januar 2015

Nörgelspalte I: Hass Hass Hass

Wofür ich die Betreiberin des Blogs hasse

Das Jahr 2014 ist nun schon eine Weile zu Ende, dieser Blog wird zum xten Mal wiederbelebt und ich schreibe mal wieder einen Text. Das sind aufregende Tage. Ich rege mich gerne über Sachen auf und kann nicht "Nein" sagen, daher habe ich mich auf Wunsch der Blog-Besitzerin dazu entschlossen, mich mal wieder über eine Banalität auszulassen. Passenderweise geht es heute um etwas, was ich nur durch die freundliche Frau Erheart kennen gelernt habe und zu den schlimmsten Sachen 2014 gehört hat. Ein kostenfreies Online-Rollenspiel. (Man möge mir bitte verziehen, wenn bestimmte Erinnerungen nicht mehr ganz der Wahrheit entsprechen)


Ich persönlich spiele sehr gern und viel Videospiele, aber nur auf Konsole, da meine Lieblings-Genres dort zu Hause sind. Eines Tages wurde ich gefragt, ob ich nicht ein Online-Rollenspiel für Kinder anfangen möchte. Ich würde Spaß haben, sagte man mir. Wenn man telefoniert, wirds richtig lustig, wurde mir versprochen. Ich war naiv und glaubte es und ließ mich nach einigen Tagen bereitschlagen. Der Beginn der Horrors......

Flugs das Spiel runtergeladen und dann schon der erste Wow-Effekt. Man konnte wählen, ob man als Frau (Mädchen) oder Mann (nicht ganz so weibliches Mädchen) wählen. Das war es aber auch schon. Überfordert von den ganzen Auswahlmöglichkeiten, wählte ich meinen Alter Ego und Indianer-Udo wart geboren. Ich erfreue mich immer noch an den Gedanken, wenn kleine Kinder Ihren Eltern erzählen, die hätten heute ganz viele Abenteuer mit Indianer Udo erlebt. Würde mich nicht wundern, wenn die Spielerzahl kurzzeiti zurück gegangen wäre, aufgrund von elterlichen Verboten. Weitere Erstellmöglichkeiten waren wie erwähnt nicht vorhanden, also rein ins Spiel. Da gab es dann en ersten Schock: meine Güte ist das alles bunt. Man muss sich das ganze ein bisschen wie den CSD in Manga-Form vorstellen.. Die Figuren tragen lächerlich buntes Klimperzeug (Federboas etc.) dazu reiten die Leute ohne soziales Leben (hochlevelige Spieler) auf irgendwelchen Viechern, wie weißen Tigern. Naja, ein bisschen Sodomie schadet nie (klick auf das Bild um es größer zu sehn).

Die ersten Schritte gemacht und gleich die nächste Ernüchterung. Man steuert die Figur nicht selbst, sondern klickt den Punkt an, wo die Figur hinläuft. Naja, da man das Hirn eh beim Login abgibt, muss das wohl so. Am Anfang erschlägt ein das Bild mit Textwüsten und man klappert reihum irgendwelche Knuddeltypen ab. Also erklärt Mixmeister Muck erstmal das, danach will Wichsmeister Willi noch irgendwas bevor man dann abschließend zu Brötchenbäcker Bummi geht, der einen auch noch zuschwallt. Dieser Part steht im krassen Gegensatz zu dem Rest. Welches ADS-Kind (vermutlich die potenzielle Zielgruppe) will denn schon Unmengen Text lesen? Dabei glitzert, funkelt und glubscht doch nichts und man muss sich womöglich gar konzentrieren. Fürchterlich. Nach weiteren endlosen Gesprächen mit Rätselmeister Rettschi kam man dann doch irgendwann zum Spielen.


Den Spielablauf beinhaltet neben dem Quatschen eigentlich nur einen weiteren Punkt: Grinden, bis die Schwarte kracht. Töte x davon, bringe x hier von um, sammle so und so viel davon . Das motiviert direkt mal unheimlich. Nach dem man dann die ersten lieben Lumpies und die ersten knuddligen Knicker getötet hat, steigt man sogar im Level. Direkt der nächste Minuspunkt: man steigt zwar Level kann, aber 0 individualisieren. Man kann keinerler Atrribute oder Ähnliches verteilen. Genialer Einfall, das Motivierendste an diesem Genre wegzulassen. Nachdem man sich ein bisschen durch die furchterregende Monsterschar (Hamster, Hühnchen und Schafe, das Spiel weiß, wie man gute Feindbilder bei Kindern erzeugt) auf den Wiesen gekloppt hat, darf bzw. muss man sich an spezielle "Nexus"-Level wagen. Das ist dann wie das normale Spiel, nur noch eine Ecke häßlicher, da man dort mit Braun- und Grautönen erschlagen wird. Dort muss man durch irgendwelche Teleporter gehen und Hebel ziehen, wo dann irgendwas passiert. Im Prinzip ralle ich bis heute nicht, was da genau passiert ist. Wenn man es dann grschafft hat, kommt man in der Story weiter und bekommt tolle Items, die man dem Charakter anziehen darf. Mit der "Latte des guten Morgens", dem "Ring der konstanten Lanze" oder dem "Fellmantel des göttlichen Pätzi-Bärs" kämpft es sich auf jeden Fall schon mal besser.


Nach einer gewissen Zeit kommt sogar so etwas wie Story ins Spiel, wenn man einen Aufstand niederschlagen soll. Klingt spannend, ist es aber nicht. Man geht in Erz-Mine, in der das Volk der Fuchswölfe die Arbeit niedergelegt haben. Was hat uns der Bahnstreik gelehrt, was man mit Streikenden macht? Richtig man knüppelt Sie erstmal einmal nieder. Wenn ich so darüber nachdenke, gefällt mir das Bild, dass das Spiel vermittelt immer mehr. Ganz toll, auch der Versuch Atmosphäre zu vermitteln, indem man die Fuchswölfe durch Sprechblasen Dinge vermitteln lässt. Herauskommen dann Sachen wie "Knurr. Knurr" oder mein Favorit: "Warum quälst du uns so?" Ein Satz, der zum Motto für dieses Spiel werden sollte. Um die Frage zu beantworten: weil Ihr nicht euren Job macht und arbeitet, deshalb. Es beruhigt einen wirklich ungemein, alle 10 Sekunden die gleiche Sprechblase lesen zu müssen, perfekt für Demenzkranke

Ganz toll, ist auch das Feature, sich Viecher als Mitkämpfer anzuschaffen. Mit einem treuen Schaf, einem verflohten Fuchs an der Seite kämpft es sich doch gleich doppelt spaßig, in der Theorie. Erstaunlicherweise ist dem aber nicht so. Die Viecher sind am Anfang absolut keine Hilfe, da die auch von 0 hochgepäppelt werden müssen. Gerade wenn man selbst schon recht hoch ist und dann ein neues Vieh haben will, wird es richtig nervig. Die Begleiter scheinen auch eine Art eigenen Kopf zu haben. Wenn man die zu oft sterben lässt, kommen die zwar immer noch mit, unterstützen einen aber im Kampf nicht mehr und sterben bereitwillig. Es war wirklich schmerzhaft zu sehen, wie mein verräterischer Fuchs sich ständig reglos abschlachten ließ. Es tat mir weh als Ihm. Privat liebe ich Tiere, aber dieser Ferdi Fuchs-Verschnitt war so sympathisch wie ein Bett voller Scherben.

Bis Level 20 war das alles noch irgendwie einigermaßen erträglich, wenn man es mit einer geschätzten Person spielt. Das konnte der Entwickler natürlich nicht auf sich beruhen lassen und lockt den Spieler erstmal mit der Auswahl einer Klasse. Man hat 3 zur Auswahl und freut sich zum ersten Mal über etwas Individualisierung und entwickelt Anzeichen von Spaß. Dazu kommt dann aber auch der endgültige Spielspaßkiller. Man muss in dem Spiel generell sehr viel herumlaufen und im Dorf mit Liebeskugelbläserin Lilly oder Schwertmeister String-Emil zu reden. Wenn man ab Level 20 stirbt wird man auch immer wieder ins Dorf zurück katapultiert und darf den ganzen Weg zu der Stelle zurücklaufen, wo man vorher war. Das kann dann gerne schon mal ein paar Minuten dauern, wo man im Prinzip nur alle Nase lang auf einen Punkt klickt und die Figur hinlaufen lässt. Das ist nicht mal halb so freudig, wie es sich anhört. Damit man sich dabei nicht komplett langweilt, darf man noch etwas mit der störrischen Kamera rumfummeln, damit man die "schöne" Landschaft "genießen" kann. Ich fands so schön, dass ich leichte Gänsehaut beim Ansehen bekam. In der Speiseröhre.

Was bleibt unter dem Strich zu sagen: man spielt einen alkoholfreien Cocktail aus Langeweile und Frust, garniert mit fürchterlichen Charakterdesign, verfeinert mit hanebüchender Story und endlosen Geschwalle. Das einzig Gute daran ist: man kommt gut in Kontakt mit Minderjährigen. (Das ist NATÜRLICH nur ein Spaß)

Das war so mit das Schlimmste was ich im Jahr 2014 hinter mich bringen durfte. Ein dickes Dankeschön an die Besitzerin des Blogs hierfür.

PS: Ab dem 1. Januar 2015 darf ich dann Indianer-Udo auch endlich in die..

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